Was ist Osteoporose?

Osteoporose, vereinfacht auch Knochenschwund genannt, ist die haeufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Kennzeichnend ist eine Abnahme der Knochendichte des gesamten Skeletts, verursacht durch einen zu schnellen Abbau von Knochensubstanz und -struktur.

Die Erkrankung hat verschiedene Ursachen, so dass man, abhaengig vom vorliegenden Ausloeser, die primaere und die sekundaere Osteoporose unterscheiden muss. Da beide in der Regel gleich therapiert werden, ist fuer den Betroffenen die Unterscheidung weniger relevant.

Definition und Symptome der Osteoporose

OsteoporoseAnatomisch wichtiges Hintergrundwissen zur Erkrankung ist, dass die Knochenmasse des Menschen bis zum etwa 30. Lebensjahr zunimmt, dann ihren Hoehepunkt erreicht und sich ab circa dem 40. Lebensjahr um jaehrlich zwischen einem halben und einem Prozent abbaut.

Bei Osteoporose-Patienten verlaeuft dieser, chronische, Prozess aufgrund eines gestoerten Knochenstoffwechsels deutlich schneller, was eine verringerte Knochenstruktur bewirkt und zu haeufigen Knochenbruechen fuehrt.

Osteoporose ist die haeufigste Knochenerkrankung im hoeheren Lebensalter, wobei sie bei Frauen vielfach haeufiger auftritt (80% der Betroffenen sind Frauen) als bei Maennern.

Problematisch fuer die Diagnose und Behandlung ist, dass die Erkrankung im Anfangsstadium keine Symptome zeigt und die ersten Knochenbrueche erst auftreten, wenn der Knochenmassenabbau fortgeschritten ist.

In der Regel treten zunaechst Wirbelbrueche auf, die die Betroffenen aufgrund der schlagartig einsetzenden starken Rueckenschmerzen als Hexenschuss oder Ischias-Beschwerden missdeuten und mit, bei Osteoporose riskanter, koerperlicher Schonung behandeln.

In Folge von Wirbelbruechen kommt es zu Groessenverlusten von mehreren Zentimetern, Ausbildung eines Rundrueckens, Kruemmung der Lendenwirbelsaeule und schmerzhafter Beruehrung von Beckenkamm und unteren Rippen.

Um Osteoporose als solche zu erkennen, sollten sich Patienten ihres persoenlichen Risikos bewusst sein.

Ursachen der Osteoporose

Unterschieden werden nach den Ursachen zwei Typen der Osteoporose: Die primaere und die sekundaere Form.

Die primaere Osteoporose, unter der 95% der Betroffenen leiden, wird nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens unterschieden in:

  • Typ-1-Osteoporose, die mit den Wechseljahren einsetzt
  • Typ-2-Osteoporose, die geschlechtsunabhaengig ab dem circa 70. Lebensjahr entsteht

Der sogenannte idiopathische Typ wird ebenfalls unter die primaere Osteoporose gezaehlt, kann aber aufgrund seiner Seltenheit vernachlaessigt werden.

Die sekundaere Osteoporose ist altersunabhaengig und wird von verschiedenen Ursachen ausgeloest. Die wichtigsten sind:

Stoerungen des Hormonhaushaltes, darunter Testosteronmangel bei Maennern, Schilddruesenerkrankungen beider Geschlechter und die durch Schilddruesenerkrankungen noetige Langzeiteinnahme von Hormonen sowie ein zu hoher Cortisonspiegel im Blut durch Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme.

Langzeiteinnahme von Medikamenten ist eine haeufige, vielseitige Ursache der sekundaeren Osteoporose. Gefaehrlich sind insbesondere die Einnahme von Heparin, Vitamin-K-Antagonisten, Magensaeurehemmern und Medikamenten, die die Oestrogenbildung hemmen.

Gastroenterologische Ursachen wie Anorexia nervosa und Untergewicht, Unter- und Mangelernaehrung an wichtigen Naehrstoffen bei hohem Fleischkonsum sind als Ursachen bekannt.

Rheumatische Erkrankungen koennen ebenfalls zu Osteoporose fuehren.

Weitere Ursachen koennen uebermaessiger Alkohol- und/oder Nikotinkonsum sein.

Diagnose der Osteoporose

KnochenwirbelDas eigene Wissen der Patienten ueber moeglicherweise vorliegende Ursachen einer Osteoporose ist wichtig, um bei der aerztlichen Anamnese alle relevanten Auskuenfte zu Risikofaktoren, Vorerkrankungen, Stuerzen und Schmerzen geben zu koennen.

Ergeben sich im Gespraech Hinweise auf Osteoporose, so werden Beweglichkeitstests und Messungen der Koerpergroesse und des Abstands von Rippen und Becken duchgefuehrt.

Erhaertet sich nun der Osteoporose-Verdacht, so werden weitere diagnostische Verfahren eingesetzt:

1. Die Knochendichtemessung. Die uebliche Messung, die Dual-Roentgen-Absorptiometrie, ist schmerzfrei und von kurzer Dauer, es koennen auch die - sehr ungenaue und selten genutzte - Ultraschallmessung oder ein CT herangezogen werden.

Zu beachten ist, dass die Knochendichtemessung lediglich die Wahrscheinlichkeit angeben kann, in den folgenden zehn Jahren einen osteopathisch verursachten Bruch zu erleiden, sie dient nicht zur eindeutigen Diagnose.

Die Knochendichtemessung muss vom Patienten selbst gezahlt werden, wenn nicht ein den Osteoporose-Verdacht begruendender Knochenbruch vorliegt.

2. Aussagekraeftiger sind Roentgenbilder, denn auf diesen erscheinen betroffene Knochen transparenter als gesunde Knochen.

Problematisch ist jedoch, dass sich die Entkalkung des Knochens erst zeigt, wenn die Knochendichte bereits um 30% abgenommen hat.

3. Die Diagnose kann durch eine Knochenbiopsie gesichert werden. Diese Methode kommt jedoch nur zum Einsatz, um andere Erkrankungen zu ueberpruefen, die zu einem Knochenschwund fuehren koennen, da Blutwerte bei Osteoporose unauffaellig sind.

Wurde Osteopathie diagnostiziert, so sollte schnellstmoeglich eine adaequate Therapie eingeleitet werden.

Therapie der Osteoporose

Osteoporose TherapieDrei Bausteine gehoeren zur Therapie der Osteoporose, deren Ziel die positive Beeinflussung des Knochenstoffwechels und die Verhinderung von Bruechen sind, da die Krankheit nicht geheilt werden kann.

Der erste Baustein ist eine gesunde, calciumhaltige Ernaehrung.

Patienten sollten auf einen gesunden BMI achten und den Koerper mit ausreichend Vitamin D und Calcium versorgen. Kalzium ist wichtig fuer den Aufbau und die Stabilitaet der Knochen und Betroffene sollten im Idealfall 1.000 bis maximal 1.500 Milligramm Kalzium zu sich nehmen. Vitamin D staerkt die Kalziumeinlagerung in die Knochen und wird vom Koerper selbst gebildet, worin dieser durch viel Sonnenlicht unterstuetzt werden kann.

Der zweite Baustein sind Sport und Bewegung. Beide koennen den Verlauf der Osteoporose positiv beeinflussen und dienen der Krankheitsvorbeugung. Zu empfehlen sind Krafttraining, das durch Druck- und Zugbelastungen auf den Knochen den Knochenstoffwechsel anregt, und Bewegung an frischer Luft, weil bei diesen Kontakt mit Sonnenlicht entsteht und damit der Vitamin-D-Stoffwechsel angeregt wird.

Wichtig fuer Betroffene ist es, die sportliche Betaetigung mit ihrem behandelnden Arzt und einem geschulten Trainer abzusprechen, um falsche und schaedliche Bewegungen zu vermeiden.

Auch Medikamente werden eingesetzt, um den Knochenschwund aufzuhalten. Der Dachverband fuer Osteopathie empfiehlt die Therapie mit Bisphosphonaten, die chemisch jenen koerpereigenen Stoffen aehnlich sind, die die innere Knochenstruktur bilden. Ihre Wirkung ist die Verringerung des Risikos fuer Knochenbrueche und die Zunahme der Knochendichte. Hervorzuheben ist die Zoledronsaeure, die als einmal jaehrliche Infusion angewandt wird.

Oestrogenhaltige Medikamente sind ein Ausweichmedikament, das jedoch aufgrund des hohen Risikos nur vor den Wechseljahren eingesetzt wird.

Calcitonin, das den Kalziumstoffwechsel im Koerper regulieren und den Knochenabbau hemmen kann, ist ein, aufgrund der schweren Nebenwirkungen mittlerweile selten genutzter, Ausweichstoff bei Unvertraeglichkeiten.

Viele Medikamente werden in ihrer Wirkung oder den Gruenden ihrer Wirkung noch erforscht und sind so lange nicht zugelassen, ein Beispiel ist nitroglycerinhaltigen Salbe.

Festzuhalten bleibt also, dass Osteoporose eine sehr vielschichtig verursachte Erkrankung ist, derer sich insbesondere Frauen bewusst sein sollten. So vielschichtig die Ursachen auch sind, die Krankheit hat stets den gleichen Verlauf und birgt bei allen Patienten die gleichen Risiken. Wichtig ist die Diagnose und Behandlung im Zusammenspiel von gesunder Ernaehrung, Bewegung und gegebenenfalls Medikamenteneinnahme, um den Verlauf aufzuhalten und Risiken zu minimieren.



Ueber OsteoporoseSymptome

Wir betreiben OsteoporoseSymptome.com mit dem Ziel Menschen aller Altersgruppen die noetigen Informationen zu bieten um zu entscheiden ob sie an Osteoporose leiden. Wir hoffen Ihnen ein klein wenig mit Ihrem Problem zu helfen. Bedenken Sie jedoch, dass haeufig ein Arztbesuch die sichere Variante ist, denn mit seiner Gesundheit sollte man nicht spassen.